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Max Reger 1896

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Von 1890 bis 1898 lebte Max Reger in Wiesbaden. Bis heute gibt dieser Lebensabschnitt des Oberpfälzer Komponisten Rätsel auf: Was ist aus dem Klavierkonzert und der Sinfonie geworden, die Reger in dieser Zeit mehrfach erwähnt? Weshalb ist von den Werken keine einzige Skizze erhalten geblieben?
Folgen Sie Max Reger nach Wiesbaden im Sommer 1896 und begeben Sie sich auf Spurensuche in diesem ungelösten Rätsel der Musikgeschichte!

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Eine Produktion des Max-Reger-Institut/Elsa-Reger-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis selbständiger Kulturinstitute e. V.

Texte und Redaktion: Almut Ochsmann, Johannes Voit
Gestaltung und technische Umsetzung: David Koch
Illustrationen: Katja Saar
SprecherInnen: Ulrike Möller, Sebastian Reiss
Interview-PartnerInnen: Susanne Popp,
Hans Dorsheimer

Ein herzlicher Dank an alle Kolleginnen und Kollegen des Max-Reger-Instituts für ihre hilfreiche Unterstützung und die fachkundigen Hinweise!

Quellen- und Bildnachweis

Dokumente:
Max Reger: Suite e-Moll für Orgel op. 16, Autographe Stichvorlage, Max-Reger-Institut, Karlsruhe, Mus. Ms. 019
Brief Johannes Brahms’ an Max Reger von ca. Mai 1896, in Der junge Reger. Briefe und Dokumente vor 1900, hrsg. von Susanne Popp, Wiesbaden 2000 (= Schriftenreihe des Max-Reger-Instituts, Bd. XV), S. 265
Max Reger: Widmungsexemplar der Suite e-Moll an Johannes Brahms, in ebd., S. 256
Brief Hilda Schnabls an Rudolf Huesgen vom 17. Dezember 1931, in ebd., S. 197 f.
Brief Max Regers an George Augener vom 21. Juli 1896, in ebd., S. 280 f.
Brief Max Regers an Adalbert Lindner vom 29. September 1890, in ebd., S. 77
Brief Max Regers an Adalbert Lindner von ca. Mai/Juni 1891, in ebd., S. 98
Brief Max Regers an Max Ulrich vom 27. März 1897, in ebd., S. 292.
Robert Riemann: Dummheit und Einsicht. Aus meinem Leben I. Zweites Kapitel: Hugo Riemann, S. 15, www.hugo-riemann.de (abgerufen am 15.11.2017)
Georg Behrmann: Erinnerungen, in Mitteilungen der Internationalen Max-Reger-Gesellschaft e. V. 6/2003, S. 3–12
Fischer-Schlotthauer: Erinnerungen, in Mitteilungen des Max-Reger-Instituts 9/1959, S. 18–19
Karl Hallwachs: Erinnerungen, in ebd. 3/1955, S. 10–18
Brief Max Regers an Wilhelm Sadony vom 12. Juli 1896, Max-Reger-Institut, Karlsruhe, Ep. Ms. 364

Bilder:
Historische Stadtansicht „Wiesbaden 1900“: Library of Congress Prints and Photographs Division Washington, D.C. 20540 USA; Kurpark Wiesbaden, Rheinstraße, Kochbrunnen, Innenansicht Marktkirche, Ratskeller, Konservatoriumsschüler, Infanteriekaserne, Reger-Büste von Hilda Schnabl, historischer Briefkasten, Portraits Max Reger, Portrait George Augener, Autogrammkarte Johannes Brahms: MRI; Stadtplan: alle Bilder MRI, außer „Wohnhaus einer Schülerin“: Stadtarchiv Wiesbaden; Innenansicht Hessisches Staatstheater Wiesbaden: Hessisches Staatstheater Wiesbaden; Hugo und Elisabeth Riemann: Meininger Museen

Musik:
Winterahnung, aus: Sechs Lieder op. 4 Nr. 3., Mezzosopran: Sophia Maeno, Klavier: Mascha Novosel, Livemitschnitt des MRI-Konzerts vom 24.10.2017 in der Karlsburg Durlach
Suite für Orgel e-Moll op. 16, Orgel: Roberto Marini, CD Max Reger: Complete Organ Works Vol. 6, Fugatto (Fug 046) http://fugatto.free.fr
Lacrimä Christi WoO VI/5, Ensemble Vocapella Limburg, Ltg.: Tristan Meister, CD Max Reger: Das Werk für Männerchor Vol. 1, Rondeau (5378206) http://www.rondeau.de/
Frühlingsblick, aus: Drei sechsstimmige Chöre op. 39,3, Norddeutscher Figuralchor, Ltg.: Jörg Straube, CD Max Reger: Geistliche Chormusik, Thorofon (CTH 2334) http://www.repertoire.bella-musica-edition.de/

Literatur:
Alten, Georg von (Hrsg.): Handbuch für Heer und Flotte. Enzyklopädie der Kriegswissenschaften und verwandter Gebiete, Berlin u. a. 1911
Popp, Susanne (Hrsg.): Thematisch-chronologisches Verzeichnis der Werke Max Regers und ihrer Quellen (Reger-Werk-Verzeichnis), München 2010
Popp, Susanne (Hrsg.): Der junge Reger. Briefe und Dokumente vor 1900, Wiesbaden 2000
Popp, Susanne: Max Reger. Werk statt Leben. Biographie, Wiesbaden 2015



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Stolz und prächtig steht mitten in Wiesbaden die evangelische Marktkirche. Zwei beeindruckende Instrumente zeugen hier von dem hohen Stellenwert der Musik: Aus jüngerer Zeit ein Carillon mit 49 Bronzeglocken, das 1986 eingeweiht wurde, und eine große Walcker-Orgel aus dem Jahr 1863. Auf ihr hat Max Reger in seiner Wiesbadener Zeit hin und wieder gespielt.
Der katholische Komponist war regelmäßig in evangelischen Kirchen anzutreffen, da die protestantische Kirchenmusik – insbesondere seines großen Vorbilds Johann Sebastian Bach – eine große Faszination auf ihn ausübte.

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Am 19. März 1896 wurde Max Reger 23 Jahre alt. Nun war der Militärdienst nicht weiter aufzuschieben: Zum 1. Oktober musste Reger antreten. Künstler konnten als "Einjährig-Freiwillige" einen verkürzten Militärdienst leisten. Das bedeutete allerdings, dass sie selbst für Ausrüstung, Verpflegung und Unterkunft aufzukommen hatten. Reger schaffte es nicht, im Voraus genug zu verdienen, um all das bezahlen zu können und kam in große Geldnot. Und auch sonst lag ihm der Militärdienst nicht.

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Wiesbaden wird seit der Römerzeit für seine heißen Quellen geschätzt und entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einem mondänen Kurbad. Hier trafen sich Adelige, hochrangige Militärs, und selbst Kaiser Wilhelm II. zählte zu den regelmäßigen Gästen. Die bekannteste Thermalquelle der Stadt war der Kochbrunnen, dessen Wasser in der daneben gelegenen Trinkhalle zu therapeutischen Zwecken getrunken wurde.
Für die internationale feine Gesellschaft hatte Reger nur Spott übrig. Mit seinem weiten Havelock-Mantel und dem Kalabreser – einem breitkrempigen Schlapphut aus Filz, der ursprünglich von italienischen Freiheitskämpfern getragen wurde –, versuchte der junge Komponist, Individualität zu beweisen und sich von der strengen Kleidung der „Philister“ abzusetzen.

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Brief von Max Reger an seinen Kollegen am Wiesbadener Konservatorium Wilhelm Sadony vom 12. Juli 1896

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Als Reger in Wiesbaden wohnte, wurde dort die Ringkirche erbaut. Sie wurde zum Vorbild für viele evangelische Kirchen in Deutschland: Hier wurde das so genannte „Wiesbadener Programm“ mit Einheit von Altar, Kanzel und Orgel architektonisch zum ersten Mal umgesetzt. Von 1892 bis 1895 wohnte Reger in der Bleichstraße 39, die zum Einzugsbereich der Kirche gehört. In dieser Zeit komponierte er seine Suite e-Moll op. 16 für Orgel, die er „den Manen Johann Sebastian Bachs“ widmete. Er schickte gezielt je ein Exemplar an Richard Strauss, Ferruccio Busoni und Johannes Brahms, um sich bei den berühmten Kollegen ins Gespräch zu bringen.

Roberto Marini spielt die Suite für Orgel e-Moll op. 16.

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Reger übersendet Johannes Brahms ein Exemplar seiner Suite e-Moll op. 16 und bittet ihn gleichzeitig darum, ihm seine Sinfonie widmen zu dürfen. Doch dazu kam es nie.

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Regers knappes Honorar am Konservatorium genügte nicht, um seinen Lebensunterhalt bestreiten und die hohen Studiengebühren bezahlen zu können. Er war daher gezwungen, zusätzlich Privatunterricht zu geben. Dies erwies sich als glücklich, sollte doch eine seiner Schülerinnen, Elsa von Bagenski, später seine Frau werden. Eine andere Schülerin, Hilda Schnabl geb. Hasselmann, fertigte posthum eine heroisierende Bronze-Büste Regers an. Von ihren Erlebnissen mit dem unkonventionellen Lehrer berichtet sie auf anschauliche Weise.

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Die Suite e-Moll op. 16, die Reger an Johannes Brahms sandte, ist "Den Manen Joh. Seb. Bachs" gewidmet. Eine solche "allzu kühne Widmung" ist für Reger nicht ungewöhnlich. Der klangvolle Name Johannes Brahms' sollte nun seiner ersten Sinfonie Glanz verleihen.

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1889 übernahm der Komponist und Musikschriftsteller Albert Fuchs die Leitung des Konservatoriums. Er versuchte, den verblassten Ruf der Einrichtung durch Neuberufungen, etwa des renommierten Musiktheoretikers Hugo Riemann, aufzupolieren. Dieser sorgte dafür, dass sein begabter Schüler Reger (mit nur 17 Jahren) nicht nur als Student, sondern zugleich auch als Lehrer für Klavier und Orgel am Konservatorium aufgenommen wurde. Hier kamen im großen Saal viele seiner frühen Kompositionen zur Uraufführung, darunter die unüberhörbar an den Liedern Johannes Brahms’ orientierten Sechs Lieder op. 4, gesungen von Hugo Riemanns Gattin Elisabeth.

Sophia Maeno und Mascha Novosel: Winterahnung.
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1890 war Hugo Riemann von Sondershausen nach Wiesbaden gezogen und hatte seinen Musterschüler Reger mitgebracht. Bereits in Sondershausen war Reger bei Riemanns regelmäßiger Gast zum Mittagessen und auch in Wiesbaden nahm er die Gastfreundschaft des Lehrers gerne in Anspruch. Bei den anderen Familienmitgliedern stieß der Besucher auf geteiltes Echo. War Hugos Gattin Elisabeth dem jungen Mann anfangs wohl gesonnen und brachte als Sängerin sogar einige seiner Lieder zur Uraufführung, nannte sie ihn später wegen seines Lebenswandels und Alkoholkonsums einen "charakterlosen Bengel". Daraufhin kam Reger seltener zum Essen und blieb schließlich ganz weg. Sohn Robert schildert den zweifelhaften Eindruck, den das ungehobelte und streberhafte Benehmen des Gastes auf ihn machte.

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Brief von Max Reger an seinen Verleger George Augener in London vom 21. Juli 1896



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Das herzogliche Hoftheater hatte sich angesichts der rasanten Stadtentwicklung als zu klein erwiesen, so dass es 1894 durch den von Kaiser Wilhelm II. persönlich initiierten prachtvollen Neubau des Neuen königlichen Hoftheaters abgelöst wurde.
Pietro Mascagnis Erfolgsstück Cavalleria rusticana war bereits ein Jahr nach der Uraufführung in Rom in Wiesbaden zu erleben. In Regers strengem Urteil zeigt sich, wie sehr er auf die deutsche Musiktradition fixiert war. In dieser Hinsicht hatte Hugo Riemann seinen jungen Musterschüler stark beeinflusst.

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